Die Typklasse wird in der KFZ-Versicherung für jedes Fahrzeug statistisch bestimmt und gilt als eines der Hauptkriterien zur Berechnung der Versicherungsprämie. Immerhin sind es rund 18.000 Fahrzeuge, die eingruppiert werden. Entscheidend bei der Eingruppierung in der KFZ Haftpflichtversicherung ist die Schadenshöhe, die die Fahrer eines ganz bestimmten Fahrzeugmodells Dritten zufügen. Deshalb müssen permanent aktuelle Unfallstatistiken herangezogen werden, um die Einstufungen in der Typklasse vornehmen zu können.
Derzeit gibt es 16 Typklassen in der KFZ-Haftpflicht: Die beste ist 10 und die schlechtese ist die 25. In der Vollkaskoversicherung gibt 25 verschiedene Klassen (10-34) und in der Teilkasko erfolgt die Einstufung in 24 verschiedene Typklassen (10-33).
Früher wurde einfach die Leistung in kW oder PS eines Fahrzeuges genommen und die Autos danach klassifiziert. Mehr Leistung (in kW oder PS) bedeutete damals ein höherer Versicherungsbeitrag.
Mit dieser pauschalisierten Regel gab man sich allerdings nicht zufrieden und führte die oben genannten Typklassen ein. Damit will man eine gerechtere Kostenverteilung erreichen: Diejenigen Fahrer eines bestimmten Fahrzeugmodells, die wenige Unfälle verursachen, sollen mit günstigeren Beiträgen belohnt werden. Wer einen Sportwagen mit hoher Leistung fährt muss ja nicht zwangsweise viele und teure Unfälle verursachen. So kann es auch heutzutage passieren, dass eine Großraumlimousine oder ein Sportwagen in der Typklasse besser eingestuft wird als ein Auto, was weniger kostet und weniger Leistung hat. Allein die Schadensbilanz der zurückliegenden drei Jahre ist entscheidend, nach oder in welche Typklasse ein bestimmtes Auto klassifiziert wird.
Allerdings muss nun auch wiederum eine Umgruppierung nicht mehr zwangsweise einen höheren oder niedrigeren Beitrag bedingen! Es kamen in jüngster Zeit neue Tarifmerkmale hinzu. So werden bestimmte Risikomerkmale wie "Fahrzeugalter bei Erwerb", "Wohneigentum", "Nutzerkreis" und Nutzeralter berücksichtigt. Dadurch soll insgesamt das Risikoverhalten noch besser abgebildet werden.
Fazit: Wie man das Blatt auch dreht oder wendet: An der Typklasse können Sie so erst einmal nichts ändern, es sei denn, Sie kaufen sich ein neues oder gebrauchtes Auto. Anhand der Schlüsselnummern können Sie im Typklassenverzeichnis auch online nachschauen, welche Typklasse Ihrem derzeitigen oder künftigen Auto zugewiesen wird. Die Schlüsselnummern (Herstellerschlüssel und Typschlüssel) finden Sie in der Fahrzeugzulassung (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief).
» Zum Typklassenverzeichnis des GDV
» Hier können Sie eine günstige Versicherung für Ihr Fahrzeug im Vergleich finden