Führerscheinneulinge und Fahranfänger bekommen es von vielen Versicherungsgesellschaften durch die Blume gesagt, dass sie nicht gerade beliebt bei den Versicherungen sind. Dies drückt sich ganz klar im Beitrag (Versicherungsprämie) aus. Üblicherweise ist als Einstieg in die Autoversicherung für Fahranfänger die Schadenfreiheitsklasse 0 vorgesehen. Das entspricht satten 230 Prozent. Grob über den Daumen gepeilt kann der Jahresbeitrag rund 10mal höher für eine KFZ-Haftpflichtversicherung sein, als bei einem Fahrer in der höchsten Schadensfreiheitsklasse bei 25 Prozent bekäme.
Aus diesem Grund muss man als Fahranfänger ein paar Möglichkeiten durchgehen, damit die KFZ-Versicherung im ersten Jahr nicht gleich mehr kostet als die Anschaffung des Autos.
Wenn die Mutter oder der Vater ein Auto versichert haben, dann sollte deren Versicherung ein erster Anlaufpunkt sein. So kann man versuchen, bei der Autoversicherung der Eltern günstiger einzusteigen, also statt der 230 Prozent vielleicht nur noch 140 Prozent zu zahlen.
Spielt der KFZ-Versicherer der Eltern nicht mit und verharrt auf der SF-Klasse 0 bei der Einstufung eines Fahranfängers, dann versuchen Sie es über die Zweitwagenregelung. Dabei versichert ein Elternteil den PKW des Fahranfängers als Zweitwagen. Der Einstieg ist dann meistens bei der Schadenfreiheitsklasse 1/2 möglich. Immerhin: Statt rund 230 Prozent liegen Sie dann bei 140 Prozent. Eine Ausnahme davon können Sie unter der Rubrik "Zweitwagenversicherung" nachlesen. Der Nachteil dabei ist, dass Sie als Fahranfänger selbst keine schadenfreie Jahre sammeln, wenn Sie ein Auto von anderen mitnutzen.
Machen Sie Versicherungsvergleiche und prüfen Sie, ob Sie durch eine Direktversicherung Ihr Auto günstiger versichern können. Der Versicherungsvergleich auf dieser Seite nimmt Ihnen dabei eine Menge Arbeit ab und ist für Sie auch noch kostenlos.
Versichern Sie sich am besten immer bis zum 30.06. des laufenden Jahres. Genau dann erfüllen Sie die 6 Monats-Regel, damit Sie im Folgejahr eine Schadenfreiheitsklasse aufsteigen, also besser eingestuft werden. Wenn Sie ab dem 01.07. hingegen die Versicherung beginnen, fahren Sie noch das ganze Folgejahr mit der gleichen SF-Klasse, im schlimmsten Fall also mit der SF Klasse 0.
Achten Sie auf eine günstige Typklasse Ihres Fahrzeuges. Ist sie höher, fällt auch der Beitrag höher aus. Beachten Sie aber auch, dass die Typklasse für einen bestimmten PKW nicht festgeschrieben ist, sondern sich auch jährlich ändern kann.
Wenn Sie es können, dann verzichten Sie bei einer KFZ-Versicherung für einen Fahranfänger auf die Kaskoversicherung. Die Teil- und Vollkasko sind im Gegensatz zur KFZ-Haftpflichtversicherung freiwillige Versicherungen.
Wenn Sie eine Kaskoversicherung mit einschließen, dann können Sie durch eine Werkstattbindung auch am Beitrag sparen, wenn die Autoversicherung solch einen Rabatt anbietet.
Ggf. werden Sie Versicherungen finden, die Ihnen einen Rabatt oder eine deutlich bessere Einstufung in der Haftpflichtversicherung anbieten, wenn Sie ein Sicherheitstraining oder ein Aufbauseminar besucht haben. Prüfen Sie vorher genau nach, welche Vergünstigungen Sie bekommen und welche Kosten durch das Fahrsicherheitstraining anfallen.
Wählen Sie den Alleinfahrer-Rabatt. Wenn nur Sie allein das Auto nutzen und fahren, dann wird die Versicherungsprämie meistens billiger als wenn der Fahrerkreis mehrere Personen umfasst. Hierbei kann auch noch von einem Rabatt die Rede sein, bei dem die Fahrer namentlich versus nicht namentlich genannt werden. Nicht namentlich benannt hieße dann meistens ein höherer Beitrag.
Sie merken also, dass man als Fahranfänger nicht gleich bei der erstbesten KFZ-Versicherung einsteigen sollte, sondern durch einen Versicherungsvergleich und wohlüberlegtes Handeln einige Euro sparen kann. Denn eine KFZ-Versicherung für Fahranfänger muss nicht zwangsweise mehr als das erste eigene Auto kosten, wenn man unseren Ratgeber beherzigt.